Australien in Stichworten

Visum, Anreise, Unterkunft, Essen und Trinken, Flüge, Mietwagen… und noch mehr. Bevor ihr zu eurem eigenen “Abenteuer Australien” startet, solltet ihr noch ein paar Dinge beachten, damit auch eure Reise ein unvergessliches Erlebnis wird.

Die australische Flagge auf der Kangaroo Island-Fähre

Australien umfasst den größten Teil des Kontinents Australien und Ozeanien zu dem auch Neuseeland, Neuguinea und weitere kleinere Pazifikstaaten zählen. Neben dem Festland und Tasmanien  gehören zahlreiche weitere Inseln zum Staatsgebiet von Australien. Mit einer Fläche von 7,7 Mio. qkm ist das Land 21 mal so groß wie Deutschland. Allerdings ist Australien bei etwa 24,5 Mio. Einwohnern insgesamt dünn besiedelt, wobei der Urbanisierungsgrad über 85 % beträgt. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung konzentriert sich demnach auf die Metropolen Sydney (5,4 Mio.), Melbourne (4,8 Mio.), Brisbane (2,4 Mio.), Perth (2,2 Mio.) und Adelaide (1,4 Mio.) sowie 16 weitere Städte, die mehr als 100.000 Einwohner haben, darunter auch die Hauptstadt Canberra (410.000).  

National War Memorial in Adlaide

Geschichte: Das Land war schon vor 50.000 Jahren von den Vorfahren der heutigen Aborigines besiedelt. Im 16. und 17. Jh. gingen spanische Seefahrer als erste hier an Land. Im April 1770 erreichte der britische Kapitän James Cook die Ostküste Australiens. 18 Jahre später, im Januar 1788 landete die britische First Fleet Australien im heutigen Sydney. In der Folge wurde die erste Sträflingskolonie in New South Wales errichtet. Im Januar 1901 formierten sich die inzwischen gegründeten voneinander unabhängigen britischen Kolonien  zum Australischen Bund. Die formale Unabhängigkeit von Großbritannien wurde schließlich im Jahr 1907 erlangt. Heute ist Australien eine parlamentarische Monarchie nach britischem Vorbild. Staatsoberhaupt ist formal Königin Elizabeth II.

Sonnenaufgang am Cape Hillsborough in Queensland

Klima: Der Begriff Down Under resultiert aus der Lage des Landes auf der Südhalbkugel (Southern Hemisphere). Im Norden und Nordosten des riesigen Landes herrscht tropisches bzw. subtropisches Klima. Der größte Teile im Zentrum besteht aus Wüste und Steppe. Ein gemäßigtes Klima mit Sommer- und Wintertemperaturen, die mit Südeuropa vergleichbar sind, findet sich nur im Süden und Südwesten sowie auf Tasmanien.  

Die Jahreszeiten in Australien sind spiegelverkehrt zu Europa. 
Frühjahr: September, Oktober, November 
Sommer: Dezember, Januar, Februar
Herbst: März, April, Mai  
Winter: Juni, Juli, August. 
Im Sommer (Regenzeit) ist es nahezu  landesweit feucht heiß bei Temperaturen von regelmäßig über 30 Grad. Im Winter werden im Norden und im Outback tagsüber Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad erreicht. Im Süden kann es dagegen empfindlich kalt werden. Schließlich gibt es in Australien sogar 16 offizielle Skigebiete. 

Reisezeit: Wenn ihr eine Rundreise durch mehrere Teile des Landes plant, schlagen wir euch vor, gegen Ende des australischen Winters nach Down Under zu reisen, also im August und/oder September. Das hat einige Vorteile:

(+) Der Winter ist die Trockenzeit in Australien. Ihr könnt besonders im Norden und Nordosten viel mehr sehen, weil im Sommer Gebiete wie der Kakadu-Nationalpark gar nicht – oder nur mit speziellen Fahrzeugen passiert werden können.

(+) An der Nordostküste könnt ihr an den dafür zugelassenen Stränden baden – im Winter sind hier gefährliche Quallen im Wasser, die das Badevergnügen stark einschränken, bzw. unmöglich machen.

(+) Die Temperaturen (zwischen 20 und 30 Grad) sind im Norden, am Great Barrier Reef und im Outback wesentlich angenehmer, als im feuchtheißen australischen Sommer.

Wintertag an den Zwölf Aposteln

(+) In Zentralaustralien ist das Wetter im Winter klarer und trockener als im Sommer, was für Besuche am Uluru und Kings Canyon durchaus von großem Vorteil ist.

(+) Im Süden sind die Metropolen Sydney, Melbourne und Adelaide sowie touristische Ziele wie die Great Ocean Road weniger überlaufen und damit die Preise für Hotels und andere Leistungen günstiger als im Sommer.

Kalter und grauer Wintertag im Grampions Nationalpark

Es gibt aber auch Nachteile, wenn ihr im australischen Winter reist:

(-) Im südlichen Teil (südlich von Brisbane) kann es zeitweise empfindlich kühl werden und der Wind dazu kräftig blasen, sodass ihr für eure Besuche in Sydney, Melbourne und Adelaide zumindest leichte Winterkleidung mitnehmen müsst (warmen Pullover, dicke Jacke, Mütze). Außerdem könnt ihr im Süden nicht Baden und auch nur selten an den Strand gehen.

Endlos lange Flüge nach Australien | Symbolbild: Gerrie van der Walt/Unsplash

Für euren Australien-Besuch solltet ihr euch mindestens vier Wochen Zeit nehmen. Für kürzere Aufenthalte wäre der Aufwand für die An- und Rückreise sonst zu lang. Von Deutschland nach Sydney beträgt die reine Flugzeit allein schon mindestens 20 Stunden. Dazu kommt mindestens eine Zwischenlandung, meistens sind es sogar zwei oder drei Zwischenaufenthalte. Ihr müsst also mit einer Reisezeit zwischen 30 und 40 Stunden pro Richtung rechnen. Wenn ihr nur drei Wochen oder sogar noch weniger Zeit zur Verfügung habt, konzentriert euch auf eine Region; zum Beispiel das Great Barrier Reef oder den Süden mit Melbourne, Great Ocean Road und Adelaide.   

Reisedokumente: Für die Einreise in Australien benötigt ihr  (als EU-Bürger) einen gültigen Reisepass und ein Visum. Wenn es sich um eine  übliche Ferienreise mit einem Aufenthalt bis zu 3 Monaten handelt, reicht das kostenlose eVISITOR (Subclass 651). Hinweise über weitere Visaformen und Links zur Beantragung findet ihr bei Australia.com. Die online auszufüllenden Formulare stehen nur in englischer Sprache zur Verfügung. Bei vollständigen und korrekten Angaben erfolgt die Visaerteilung in 1-2 Tagen. Impfnachweise sind für die Einreise nicht erforderlich. Es dürfen in Australien keinerlei Lebensmittel (auch kein Obst) eingeführt werden. Bei der Einreise erfolgen zwar genaue Personenkontrollen, die jedoch zügiger – und auch freundlicher – vonstatten gehen, als beispielsweise in den USA.   

Bild: Emirates

Flüge – International: Unsere Recherchen ergaben, dass die günstigsten Flüge nach Australien von den Airlines direkt online angeboten werden. Sparen könnt ihr zudem, wenn ihr zeitlich einigermaßen flexibel seid; manchmal reicht schon eine Verschiebung von wenigen Tagen, um einen deutlich günstigeren Flugpreis zu erlangen. 

Wir haben unsere Flüge von Hamburg über Dubai und Bangkok nach Sydney; zurück von Sydney über Dubai nach Hamburg bei der australischen Fluggesellschaft Qantas für 1.100 Euro pro Person gebucht. Die Flüge selbst wurden von Emirates, der Fluglinie aus Dubai durchgeführt. Wir waren mit Pünktlichkeit, Service und der im Preis enthaltenen Verpflegung rundum zufrieden.

Scoot Check-in am Flughafen Berlin-Tegel

Julia hat ihre Flüge nach Sydney über Singapore Mitte Juli und zurück im Dezember mit Scoot, einer Tochtergesellschaft von Singapore Airlines für 825 Euro gebucht. Allerdings fliegt die Billigfluglinie in Deutschland nur Berlin-Tegel an. Im Flugpreis sind keinerlei Verpflegungsleistungen enthalten. Verpflegung muss an Bord gekauft werden und darf nicht mitgeführt werden – das gilt sogar auch für Wasser. 

Flug über das Ouback

Flüge in Australien: Kleine Flughäfen – wie Uluru/Ayers Rock – werden nur von Qantas bzw. der Tochtergesellschaft QantasLink angeflogen. Die Preise für solche Flüge sind meistens recht teuer, weil keine Alternativen zur Verfügung stehen. Bei  größeren Destinationen wie Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide, Cairns usw. könnt ihr unter mehreren Linien wählen. Neben Qantas bzw. QantasLink sind das vor allem Jetstar (die “Billigtochter” von Qantas), Virgin Australia und Tiger Air.

Maschine der Tiger Air vor dem Start in Brisbane

Die Flugpreise richten sich zumeist nach Angebot und Nachfrage und liegen allgemein etwa auf dem Niveau von “Billigfliegern” in Europa.  

Alle Fluggesellschaften stellen vorab Check-ins über das Internet zur Verfügung. Dieser Service sollte genutzt werden, um den engen Mittelplätzen in den Maschinen zu entgehen. An den größeren Flughäfen werden Inlandsflüge teilweise im Self Check-in abgefertigt. Hier stehen meistens freundliche Mitarbeiter*innen der Airlines für Hilfestellungen zur Verfügung. 

Symbolbild: Melissa Walker Horn/Unsplash

Währung und Preise: Der Umrechnungskurs des Australischen Dollars (AUS $, auch $A, A$, AU$) lag in den vergangenen Jahren stets zwischen 0,60 bis 0,70 Euro. Ihr solltet keinesfalls größere Mengen AUS $ vor Antritt der Reise in Deutschland/Europa eintauschen, weil ihr hier meistens einen deutlich schlechteren Umtauschkurs erhaltet. Unsere Empfehlung: Fragt bei eurem Geldinstitut nach, ob die Geldkarte in Australien akzeptiert wird und wie hoch die Gebühren für Barabhebungen sind. Mit einer gültigen Geldkarte könnt ihr schon an den internationalen Flughäfen (in der Regel landet man in Sydney) Bargeld an einem Automaten abheben. Ihr könnt die meisten Leistungen und Einkäufe mit Geldkarten oder Kreditkarten begleichen, wobei gelegentlich für die Kartenzahlung kleine Gebühren erhoben werden. Es empfiehlt sich immer einen Basisbetrag von ca. 200 AUS $ in bar mitführen, weil in manchen Fällen keine Karten akzeptiert werden; zum Beispiel für die spontanen Rundflüge am Strand von Fraser Island.

Autofahren in Australien: Ihr benötigt einen gültigen nationalen (deutschen) und  internationalen Führerschein – das wird auch an den Mietwagenstationen kontrolliert. 

Die wichtigste Verkehrsregel lautet: Drive left. Nahezu an jeder Kreuzung, Verkehrsinsel oder Abfahrt  wird auf entsprechenden Schildern hingewiesen, dass in Australien links gefahren wird. Wer in dieser Hinsicht keine Erfahrung hat, 

sollte die ersten Kilometer keinesfalls in dichtem Stadtverkehr zurücklegen. Ansonsten sind Australier die rücksichtsvollsten Autofahrer, die wir jemals erlebt haben. Aber Achtung: In Australien drohen im Vergleich zu Deutschland drastische Strafen für Verkehrsvergehen, insbesondere für Geschwindigkeitsübertretungen. Achtet deswegen auf die Straßenschilder und setzt euch nicht mit Alkohol im Blut ans Steuer – die Höchstgrenze beträgt 0,5 Promille.

Mit dem Auto unterwegs auf Kangaroo Island

Soweit möglich, solltet ihr Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit vermeiden, weil die Gefahr von Wildunfällen – vor allem mit Kängurus –  groß ist. 

Denkt auch daran, den Tank immer gut gefüllt zu halten, weil die Tankstellendichte nicht allzu hoch ist. Bei Fahrten im Outback informiert euch vor Antritt der Reise über die Tankstellensituation auf der geplanten Strecke.

Mietwagen sollten rechtzeitig gebucht werden

Mietwagen: Sollten zumindest für längere Strecken und größere Zeiträume einige Wochen zuvor im Internet gebucht werden. Grund: An einigen Stationen kommt es regelmäßig zu Engpässen. Ihr müsst auch  darauf achten, ob Rückführungsgebühren zusätzlich zum Mietpreis erhoben werden. Auch solltet ihr prüfen, ob es nicht gelegentlich sinnvoller – und auch preiswerter – ist, größere Entfernungen per Flugzeug zurückzulegen (Beispiel: Adelaide – Alice Springs bzw. Uluru). Ihr solltet weiterhin überlegen, ob es wirklich notwendig ist, teure 4-Wheel-Fahrzeuge anzumieten, die ihr wirklich nur im „tiefen Outback“ und auf „Dirt Roads“ benötigt. Ihr könnt alle populären Ziele mit ganz normalen Autos erreichen, z.B. Uluru und Kings Canyon.

Abfahrt der Autofähre auf Kangaroo Island

Für unser „Abenteuer Australien“ haben wir Mietwagen für drei Strecken über drei verschiedene Vermittler angemietet:
Cairns – Brisbane: arguscarhire.com, Fahrzeug von Budget Car | Melbourne – Adelaide: billiger-mietwagen.de, Fahrzeug von Avis | Uluru/Ayers Rock – Alice Springs (via Kings Canyon): FTI Touristik, Fahrzeug von Avis. Das Preisniveau war dabei etwas niedriger als in Deutschland. 

Klärt bitte bei der Buchung, ob es Einschränkungen für Fahrten auf bestimmten Strecken gibt, z.B. Fährverbindungen. Vor Übernachtungen in Stadtzentren solltet ihr die Parkplatzsituation und die Kosten für die Autounterstellung prüfen. Dafür müsst ihr noch einmal umgerechnet 15 bis 30 Euro pro Nacht einkalkulieren – oder (besser) auf den Mietwagen verzichten und öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Unser Zimmer im Hotel Grand Chancellor in Brisbane

Unterkünfte: In den großen Städten und populären Touristengebieten gibt’s ein breites Angebot an Unterkünften: Vom einfachen Hostel, in dem man in Mehrbettzimmern mit anderen Reisenden übernachtet, Bad und Toiletten teilen muss für unter 20 Euro pro Nacht, über Motels und Mittelklassehotel bis zu Angeboten in der Luxusklasse. Mit Ausnahme am Uluru/Ayers Rock und Kings Canyon empfanden wir an allen weiteren Zielen  die Preise zwischen 60 und 100 Euro pro Nacht in Doppelzimmern als günstig bis angemessen; mehrfach war sogar das Frühstück für zwei Personen im Übernachtungspreis enthalten. 

Einfache aber saubere Unterkunft am Kings Canyon

Die Übernachtungen haben wir über die einschlägig bekannten Portale Booking.com und Expedia gebucht. In mehren Fällen offerierten allerdings auch die Hotels selbst die günstigsten Preise. Insofern lohnt es sich immer, vor Buchung über einen Vermittler bei den Hotels direkt nachzusehen. 

Hinweis: In welchen Unterkünften wir auf unserer Australien-Reise zu welchen Konditionen übernachtet haben, steht jeweils unter “Tipps” am Ende der Reisetagebucheinträge.  

Burger sind in Australien mindestens so lecker wie in den USA

Essen und Trinken: Vorweg das “Geständnis”: Wir haben in Australien kein Känguru-, Krokodil- und auch kein Kamelfleisch gegessen. Wer’s mag bzw. probieren möchte, kann das auf seiner Reise ausprobieren. Solche – für uns exotische – Fleischsorten werden in vielen Restaurants angeboten.

Die typisch australische Küche könnte man als Mischung aus britischen und nordamerikanischen Gerichten bezeichnen. Fleisch in vielen Varianten spielt eine wichtige Rolle und wird sogar schon zum Frühstück gegessen. Uns haben es Burger und Spare Ribs besonders angetan, die den amerikanischen „Originalen“ in nichts nachstehen – im Gegenteil. Besonders beliebt sind Barbecues, bei denen die Gäste das Fleisch selbst auf heißen Platten zubereiten können.

Moreton Bay Bugs sind eine Spezialität an der Ostküste

Zudem spielen auch Fischgerichte in vielen Variationen eine große Rolle. Ein Klassiker sind dabei Fish and Chips, die selbst an Imbissständen ausgesprochen lecker zubereitet werden. Eine Spezialität an der Ostküste sind Moreton Bay Bugs. Das ist eine besondere Art von Lobstern, die vor allem in der Moreton Bay vor Sydney vorkommen. Das Fleisch schmeckt ähnlich dem „richtiger“ Lobster, allerdings lässt es sich viel leichter aus den Schalen holen. Zudem ist der Preis deutlich günstiger. 

Essen aus aller Welt auf dem Night Market in Melbourne

Schließlich sind da noch jede Menge asiatische, griechische, italienische, spanische – und Restaurants anderer Nationalitäten. Dabei ist die Qualität der angebotenen Gerichte sehr unterschiedlich. Wir haben in Melbourne das – gefühlt – beste spanische Restaurant „unseres Lebens“ genossen und in Cairns, den schlechtesten Italiener“ erduldet, an den wir uns erinnern können. In Adelaide gab’s in einem chinesischen Restaurant eine vorzügliche Pekingente und am Mission Beach ein nahezu ungenießbares thailändisches Gericht. Alternativen zu Restaurants bieten in den den Metropolen und Urlaubsorten Food-Märkte und/oder Take-Out-Imbisse. In Sydney gibt’s beispielsweise in Nähe der Central Station einen fantastischen Sushi-Stand.

Flat White mit Verzierung

Im Hinblick auf die Getränkeauswahl in Australien gibt’s einige Besonderheiten: Eine besonders populäre Form der Kaffeezubereitung ist der Flat White, eine Art Cappuccino mit einer dünnen – fast immer verzierten – Milchschaumschicht. Daneben werden auch alle bei uns in Europa üblichen Kaffeeformen angeboten. Uns ist aufgefallen, dass sich die australischen Barista selbst an Straßenständen sehr viel Mühe bei der Kaffeezubereitung geben – was man auch schmeckt. 

Weinanbau im Yarra Valley bei Melbourne (Bild: austrailia.com)

Wasser wird in Australien – ähnlich wie in den USA – zumeist ohne Kohlensäure serviert; man bekommt aber ohne Probleme in Restaurants und Supermärkten auch „Sparkling Water“. Das ist allerdings deutlich teurer, als stille Wasser – und kostet manchmal sogar mehr als einfacher Wein aus australischem Anbau, der auch in Plastiktüten verkauft wird (die nachfolgenden Kopfschmerzen sind im Preis enthalten). Selbstverständlich bekommt ihr auch gute Weine bis hin zur Spitzenklasse, die vor allem im Süden des Landes angebaut werden. Nicht verbreitet ist dagegen bislang alkoholfreies Bier. Bedienungen schauen ihre europäischen Gäste zumeist ratlos an, wenn diese nach „alcohol-free beer“ fragen.

Jein zu Trinkgeld in Australien

Trinkgeld: Früher, das bedeutet noch vor 20 bis 30 Jahren waren Tips in Australien völlig unüblich. Grundsätzlich gilt auch heute noch, dass man nirgendwo gedrängt wird, Trinkgeld zu geben. Üblich sind inzwischen folgende Handhabungen – aber nur, wenn man mit den in Anspruch genommenen Leistungen zufrieden war: In Restaurants, in denen Bestellung und Bezahlung bei der Bedienung erfolgt, wird der Rechnungsbetrag so aufgerundet, dass ein Trinkgeld von max. 10 Prozent bleibt. Wenn Bestellung und Bezahlung nicht am Tisch erfolgt, kann man an der Kasse in dem meistens aufgestellten Trinkgeldtopf etwas Kleingeld hinterlassen. In Imbissen, Cafés oder Bars sind Trinkgelder gar nicht üblich. Bei Taxifahrten kann der Betrag etwas aufgerundet werden (max. 10 Prozent). Wenn man die Alternative Uber nimmt, ist Trinkgeld nicht üblich. In Luxushotels gilt es als angemessen, wenn man dem Concierge oder dem Zimmerservice bis zu fünf AUS $ in die Hand drückt.

Gefahren: Gewaltige Krokodile, giftige Schlangen und Spinnen, gefährliche Haie, brennende Quallen oder aggressive Kasuare. In Down Under soll es insgesamt 95 Tierarten geben, die uns Menschen gefährlich werden können. Und dennoch gehört Australien weltweit zu den ganz besonders sicheren Reisezielen.  Was Gefahren aus der Tierwelt anbelangt, so helfen am besten Umsicht und Vorsicht: 
(1) Außerhalb von Städten nicht nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sein – da drohen Wildunfälle.

 (2) Warnschilder an Stränden und Binnengewässern nicht nur beachten, sondern die Hinweise strikt befolgen.
(3) Bei Wanderungen im Outback festes Schuhwerk mit starken Sohlen anziehen
(4) Vorsicht bei Annäherung an wilde Tiere. Selbst vermeintlich possierliche  Kängurus sind keine Kuscheltiere und können gefährlich werden, wenn sie z.B. ihren Nachwuchs bedroht sehen. (5)  Sich niemals in unübersichtlichem Gelände oder sumpfigen Gebieten aufhalten.    

Lassetter Highway, ca. 100 Kilomter östlich vom Ayers Rock Resort

Überlandfahrten: Ihr müsst ausreichend  Benzin im Tank haben und reichlich Trinkwasser mitnehmen, wenn ihr euch auf Überlandfahrt begebt. Informiert euch vor Antritt einer Reise durch dünn besiedelte Regionen über Tankstellen und Schutzzonen, z.B. bei Ausbruch von Waldbränden. Zumeist sind Touristeninformationen gute Anlaufstellen, um solche Informationen vor Ort einzuholen. Darüber hinaus müsst ihr euch auch über Medien (inkl. Onlinemedien) über Wetterentwicklungen (Buschbrände, Stürme, Überschwemmungen) auch schon vor Antritt der Fahrt auf dem Laufenden halten.  

Wasserstelle für Autofahrer im Outback

Wenn ihr extrem dünn besiedelte Gebiete durchfahren wollt, organisiert vorab mit Freunden oder Verwandten einen Notruf,  falls ihr euch bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht bei ihnen meldet. Solltet ihr doch einmal mit eurem Mietwagen “im Nirgendwo” liegenbleiben, geratet nicht in Panik und verlasst keinesfalls euer Fahrzeug. Meldet euch bei der Notrufnummer, die in den Mietpapieren steht. Sollte keine Kommunikation möglich sein, wartet ab, notfalls auch mehrere Stunden – bis Hilfe kommt. 

Bild: Australian Federal Police

Australien gilt auch deshalb als sicheres Reiseland, weil Kriminalität im internationalen Vergleich gering ist. Übliche Vorsichtsmaßnahmen – so wie zu Hause – sollte man dennoch treffen, insbesondere in Großstädten und touristischen Metropolen: Türen verschließen, Wertgegenstände aller Art nicht aus den Augen lassen. Einige wenige Straßen in den Redlight Districts der Großstädte meiden und sich auf keine “Scharmützel” mit Betrunkenen einlassen. Ihr solltet auch nicht als Anhalter reisen, vor allem wenn ihr allein unterwegs seid. In Queensland ist das Trampen ohnehin verboten.

Inge sollte noch die Mütze als Sonnenschutz aufsetzen

Gesundheitliche Gefahren resultieren aus der intensiven Sonne in Australien. Ihr solltet immer den Oberkörper bedeckt halten, selbst beim Baden oder Schnorcheln und auch bei bedecktem Himmel. Zum Schutz gehören auch Kopfbedeckung und Sonnenbrillen sowie die regelmäßige Erneuerung der Sonnenschutzcreme. Die solltet ihr mit hohen Lichtschutzfaktoren (30+) am besten von zuhause aus mitnehmen, das Angebot in Australien  unzureichend ist.

Einsatzfahrzeug der Ambulanz in Australien

Das Gesundheitssystem Australiens hat international einen guten Ruf. Ansteckende Krankheiten werden zumeist schnell und erfolgreich bekämpft. Der Hygiene-Standard ist landesweit sehr hoch. Zu erkennen ist das, an den vielen öffentlichen Toiletten, die zumeist ist in einem sauberen Zustand sind – und selbstverständlich kostenlos genutzt werden können. Arztbesuche oder gar Krankenhausaufenthalte sind sehr teuer. Ihr solltet bei eurer Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung rechtzeitig vor Antritt der Reise klären, ob ein ausreichender Schutz für Australien besteht und bei Bedarf eine zusätzliche Versicherung abschließen.

Hotspot am Uluru

Kommunikation: Auf unserer Reise durch Australien waren wir nur an wenigen Orten, an denen wir keine Verbindung entweder zum Mobilen Internet und/oder W-LAN hatten. Wir haben uns nach Ankunft am Internationalen Flughafen von Sydney eine Prepaid SIM-Karte beim australischen Anbieter Telstar besorgt. Für umgerechnet 35 Euro erhielten wir: Laufzeit 28 Tage, Datenvolumen 15 GB, alle Telefongespräche (auch nach Deutschland) im Preis enthalten. Eine gute Alternative bietet der auch in Australien vertretene Discounter ALDI mit ähnlich günstigen Konditionen. Dafür muss man allerdings eine ALDI-Filiale, z.B. in Sydney aufsuchen. 

Opale aus Australien (Bild: australia.com)

Mitbringsel aus Australien: Davon ausgehend, dass ihr keine Lust – und nicht mehr genügend Freigepäck übrig – habt, Weinflaschen, Schafskäse oder Kakadu-Pflaumenmarmelade mit nach Europa zu schleppen, geben wir euch nachfolgend lieber zwei sinnvolle und originelle Tipps: Parfum bekommt ihr in australischen Drogerie-Ketten zu extrem günstigen Preisen. Bei edlen Marken spart ihr 50 Prozent und mehr. Opale in verschiedenen Verarbeitungsformen als Ketten, Anhänger etc. könnt ihr am besten in den Großstädten erwerben. Im Ouback, dort wo die schmucken Steine gefunden werden, zahlt ihr häufig noch einen   “Touristenaufschlag”.