6. Nassau: Luxusliner-Ballett auf den Bahamas

Nassau war ein weiterer Höhepunkt auf unserer Kreuzfahrt mit „Mein Schiff 6“. Im Hafen der Hauptstadt der Bahamas bestaunten wir neben unserem schwimmenden Hotel gleich drei weitere „Riesenpötte“. Viel Spaß hatten wir bei einer Bootstour, die uns zu den Anwesen der „wirklich Reichen“ führte. | Tipps für Nassau

Von Nassau hatten wir uns im Vorhinein nicht allzu viel erwartet – und wurden am Freitag schließlich unglaublich positiv überrascht. Das begann schon bei der Einfahrt in den Hafen. Als Kapitän Todd Burgman unser Schiff rückwärts an die Pier manövrierte, lag neben uns schon die „Carnival Ecstasy“, ein mit 70.526 BRZ* deutlich „kleineres“ Schiff als „Mein Schiff 6“, das immerhin knapp 99.000 BRZ hat.

Vier Cruise Liner an den Piers von Nassau (von rechts): Carnival Liberty, MSC Divina, Mein Schiff 6 und Carnival Ecstasy

In der folgenden Stunde erlebten wir, von Deck und von der Pier aus, ein regelrechtes Cruiseliner-Ballett im Hafen von Nassau. Zunächst erschien mit der „Carnival Liberty“ ein weiteres Schiff der Carnival Cruise Line, übrigens der mit Abstand größten Passagierschiff-Reederei der Welt, zu der auch die „AIDA“-Flotte gehört. Dieser 2005 in Dienst gestellte Liner ist zwar ebenso hoch wie „Mein Schiff 6“, allerdings breiter und kommt damit auf eine Größe von 110.320 BRZ. Als letztes kam – regelrecht majestätisch – die schneeweiße „MSC Divina“ in den Hafen geglitten: Fast 138.00 BRZ groß und mit einer Kapazität von 3.959 Passagieren Rang 25 unter den größten Passagierschiffen der Welt.

Hinweis: BRZ steht für „Bruttoraumzahl“ und beschreibt den Rauminhalt eines Passagierschiffes. Der Wert beinhaltet damit die Faktoren Länge, Breite und Höhe. Das zurzeit größte Kreuzfahrtschiff der Welt ist die „Harmony of the Seas“ mit 226.963 BRZ , die maximal 6.780 Passagiere aufnehmen könnte.

Diese Parade von vier Luxuslinern vor der farbenprächtigen Kulisse von Nassau übertraf sogar noch die Hamburger Cruise Days vor wenigen Wochen. Das alles sahen, fotografierten und filmten wir auf dem Weg von unserem Schiff zu dem kleinen Hafengebäude, das direkt an das Stadtzentrum angrenzt.

Luxus Liner-Ballet: Während Carnival Liberty und Mein Schiff 6 schon an den Piers liegen, dreht MSC Divina, um gleich rückwärts „einzuparken“

Eine nette Dame der staatlichen Touristeninformation gab uns den „ultimativen Tipp“ für unseren – leider nur eintägigen – Aufenthalt auf den Bahamas: Eine Fahrt mit dem Glasbodenboot „Lil Nassau“ für 35 US-Dollar pro Person. Besser hätten wir’s gar nicht treffen können. An Bord des überdachten Ausflugsbootes waren neben uns lediglich noch einige amerikanische Touristen und ein Ehepaar von „Mein Schiff 6“, das genau wie wir, die Landausflüge stets selbst organisiert.

Das Atlantis Paradise Island Resort auf einer vorgelagerten Insel am Hafen von Nassau

Vom Hafen aus ging’s entlang von Paradise Island, einer vorgelagerten Insel, die von den hohen Bauten des „Atlantis Paradise Island Resorts“ überragt wird. Das Areal umfasst insgesamt über 3.800 Hotelzimmer, ein Aquarium sowie eine riesige Wasserlandschaft, für deren Benutzung Tagesbesucher wie wir mehr als 100 US-Dollar pro Person zu entrichten hätten. Wir bestaunten lieber die Außenansichten und ließen uns von unserem einheimischen Tour Guide Otis erklären, dass hier auf den Bahamas die „wirklich Reichen“ ihre Anwesen hätten: Von Mick Jagger über die amerikanische Talkshow-Ikone Oprah Winfrey bis zu Microsoft-Gründer Bill Gates.

Das Anwesen der US Talkshow-Ikone Oprah Winfrey auf Paradise Island

Zwischendurch konnten wir bunte Fische von Deck aus füttern und durch den Glasboden des Bootes beobachten. Zum Abschluss sang Otis für uns noch den Welthit seines Vornamen-Vetters Otis Redding „Dock of the Bay“. Dafür – und für seine wunderbar humorvollen Erklärungen wurde er mit reichlich Trinkgeld belohnt.

Ein Polizist regelt den Verkehr in Nassau

Bei unserem anschließenden Bummel durch die bunte und überschaubare Innenstadt von Nassau sahen wir das zart pinkfarbene Regierungsgebäude der Bahamas, beobachteten einen Polizisten, wie er sich um die Regelung des Verkehrs an einer Kreuzung bemühte und kehrten schließlich durch den überdachten Strohmarkt, der heutzutage wie ein riesiger Souvenirladen wirkt, zu unserem Schiff zurück. Vor dem Hafengebäude verabschiedete uns noch ein Reggae-Trio.

Wie ein riesiger Souvenirladen: Der Strohmarkt am Hafen von Nassau

Als „Mein Schiff 6“ den Hafen von Nassau verließ, waren wir uns mit dem jungen Pärchen neben uns an Deck einig: Das war ein weiterer Höhepunkt unserer Kreuzfahrt entlang der US-Ostküste bis zu den Bahamas.

Hafenausfahrt in Nassau

Tipps für Nassau/Bahama

Klar, wir hätten uns in Nassau mit einem Wassertaxi vom Hafen aus zum Atlantis Aquaventure Waterpark auf Paradise Island fahren und dort für 129 US-Dollar pro Person 18 Wasserrutschen und elf Pools ausprobieren – und auch das Aquarium bestaunen können. Das haben wir nicht gemacht, sondern sind lieber den Tipps einer Mitarbeiterin des Touristenamtes gefolgt, die wir im kleinen Hafengebäude an ihrem Stand aufsuchten:

Glasbodenboot "Lil Nassau"

Eine Fahrt mit dem Glasbodenboot „Lil Nassau“ von der Anlegestelle neben dem Hafengebäude aus vorbei an den vier großen Kreuzfahrtschiffen, die an diesem Tag im Hafen von Nassau lagen. Weiter ging’s entlang dem gegenüberliegenden Paradise Island mit dem riesigen Atlantic Resort, den Villen von „wirklich Berühmten und Reichen“ wie Mick Jagger oder Microsoft Gründer Bill Gates zu einem Tummelplatz für Fische, wo der Glasboden unseres überdachten Bootes besonders zur Geltung kam. Die Tour dauerte 90 Minuten und kostete pro Person „nur“ 35 US-Dollar, was für das „touristische Preisgefüge“ auf den Bahamas geradezu ein Schnäppchen ist. Im Preis enthalten war auch noch der wunderbar humorvolle einheimische Reiseleiter Otis, der uns am Ende mit dem berühmten Song „Dock of the Bay“ seines Vornamen-Vetters Otis Redding verabschiedete.

Bummel durch die Innenstadt von Nassau

Der Bummel durch die Innenstadt von Nassau, die sich direkt an den Cruise Terminal anschließt ist eine völlig stressfreie Angelegenheit. Die Häuser und Straßen sind bunt, zumeist gut gepflegt und die Einheimischen machten auf uns einen freundlichen Eindruck. Hauptsehenswürdigkeiten sind das pinkfarbene Regierungsgebäude und der Strohmarkt, wo es jede Menge Souvenirs zu durchaus erschwinglichen Preisen gibt.