4. Port Canaveral: Ein Tag am Cocoa Beach

Frühstück und Abendessen an Deck – dazwischen herrliche Stunden am Strand. Port Canaveral erwies sich für uns als lohnenswertes Reiseziel | Hier ist der 4. Eintrag in unser Reisetagebuch „USA mit Mein Schiff 6“. Weitere Tipps für Port Canaveral gibt’s hier.

Es gibt Tage, von denen man sich wünscht, dass sie nie zu Ende gehen. So wie dieser Mittwoch zum Beispiel. Zum Frühstück hatten wir uns auf dem 12. Deck am Heck unseres schwimmenden Hotels bei „Gosch Sylt“ – so der Name dieses kleinen aber feinen Bordrestaurants – niedergelassen. Während „Mein Schiff 6“ Port Canaveral ansteuerte, ließen wir uns mit Graved Lachs und (fast) frischen Früchten verwöhnen.

Zur Einfahrt in den zweitgrößten Kreuzfahrthafen der Welt wechselten wir dann an den Bug des Schiffes, wo man von der Bar des Wellnessbereichs durch riesige – und stets gut geputzte – Fensters einen herrlichen Ausblick nach vorn hat.

Logenplätze bei Hafeneinfahrten auf „Mein Schiff 6“ bietet die Bar im Wellnessbereich

Wir waren an diesem Tag das einziges Passagierschiff in dem weitläufigen Hafengebiet mit gigantisch großen Terminals. Üblicherweise machen hier täglich drei bis vier Luxusliner fest. Möglicherweise hat die in diesem Jahr besonders heftige „Hurrikan-Saison“ dazu beigetragen, dass einige Kreuzfahrtschiffe dem Ausgangshafen für Ausflüge nach Disney World und die Universal Parks in Orlando oder dem fast benachbarten Kennedy Space Center in diesen Wochen fernbleiben.

Farbenprächtiger Eingang zur Pier am Cocoa Beach in Port Canaveral

Dabei ist die Gegend um Port Canaveral an der Ostküste Floridas in den vergangenen Wochen von den Unwettern weitgehend verschont geblieben. Größere Schäden habe es hier zum Glück bislang nicht gegeben, erzählte uns der Kellner in einer Strandbar auf dem Pier des Cocoa Beaches am Mittag. Auch wir konnten bei unserem mehrere Kilometer langen Fußmarsch vom Liegeplatz unseres Schiffes bis an den Strand kaum Schäden an Straßen und Häusern erkennen. Stattdessen bekamen wir gepflegte Grundstücke mit aufwendig heraus geputzten und teilweise auch sehr bunten Häusern zu sehen.

Die hübschen Häuser in Port Canaveral blieben von den Hurrikans in diesem Jahr weitgehend verschont

Der Strand, der sich über viele Kilometer an der Meeresseite der vorgelagerten Merritt Insel an Floridas Ostküste erstreckt, hat zwar gröberen und dunkleren Sand als die „Traumstrände“ an der Westküste. Dafür ist er genauso breit und ebenso gut gepflegt wie beispielsweise der noble Clearwater Beach, den wir vor zwei Jahren besuchten. Wir hatten zumindest eine Menge Spaß, als wir vom Cherie Down Park am – und im – rauschenden Atlantik in Richtung Cocoa Beach spazierten.

Typisch für amerikanische Strände sind die bunten Life Guard-Stände

Während wir vereinzelten Schwimmern und Surfern zusahen oder uns über die unermüdlichen Strandläufer (gemeint ist hier die Vogelart) amüsierten, näherten wir uns der Cocoa Beach Pier und damit dem einzigen Bereich an diesem langen Strand, wo es Strandbars und Restaurants gibt. Die Preise sind üppig – ein „Budweiser“ kostet beispielsweise 5,30 US-Dollar pro kleiner Flasche. Dafür erwischten wir einen netten Barmann, der uns schnell und umsichtig bediente, dazu auch noch auskunftsfreudig war.

Ein "Strandläufer" am Cocoa Beach

Auf der Rücktour zum  Terminal 1, an dem „unser“ Schiff am Mittwoch in Port Canaveral festgemacht hatte, sparten wir uns einige Kilometer zu Fuß und nahmen stattdessen für 1,50 US-Dollar lieber den Linienbus. Bei deutlich über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit erwies sich das als sinnvolle Entscheidung. Zurück an Bord waren wir glücklich über einen wunderbaren Strandtag. 

Tipps für Port Canaveral

Port Canaveral ist nach Miami im Hinblick auf das Passagieraufkommen inzwischen der zweitgrößte Hafen für Kreuzfahrtschiffe weltweit. Von hier aus starten Exkursionen zum Weltraumbahnhof “Kennedy Space Center” im benachbarten Cape Canaveral sowie zu den berühmten Erlebnisparks im Raum Orlando. 

Ausflüge nach Disney World und Co.

An Bord der Kreuzfahrtschiffe und an Land werden Ganztages-Ausflüge in die Freizeit- und Erlebnisparks im Raum Orlando angeboten; darunter Disney World, Universal Studios oder Adventure Island. Wer die recht langen Busfahrten (mindestens 1 Stunde pro Strecke), häufig lange Wartezeiten an den Attraktionen in den Parks und die durchaus hohen Kosten für die Exkursionen scheut, findet mit dem Kennedy Space Center und dem Cocoa Beach reizvolle Alternativen in der näheren Umgebung.

Kennedy Space Center

Nur gut 20 km vom Cruise Terminal liegt das Kennedy Space Center – das Besucherzentrum des Weltraumbahnhofs der NASA. Für 50 US-Dollar Eintritt bekommt man überdimensionale Raketen, Abschussrampen und Weltraumkapseln zu sehen. Zudem erleben Besucher im Kontrollzentrum den Start einer Apollo-Weltraummission.

Cocoa Beach

Vom Cruise Terminal sind wir gut 3 Kilometer zu Fuß bis zum Cherie Down Park gegangen. Dort gelangten wir an den breiten – wenn auch nicht „weißen“ und und etwas groben – Sandstrand. Wir haben dann einen etwa 4 Kilometer langen, unglaublich herrlichen Strandspaziergang bis zur Cocoa Beach Pier gemacht und dort einen „richtigen“ Caesar’s Salad gegessen, bevor wir denselben Weg zurückgegangen sind. Wenn ihr bei eurem Besuch nicht so viel laufen wollt, könnt ihr auch mit einem öffentlichen Bus von der Coca Beach Pier bis zum Cruise Terminal zurückfahren (2,75 US-Dollar pro Person).

Cocoa Beach Pier