Mehr trockene Nächte auf dem Kiez und in der Schanze

Auch am nächsten Wochenende wird es in Teilen Hamburgs ein abendliches und nächtliches Verkaufsverbot für Alkohol geben. Nach der vermeintlich “erfolgreichen Premiere” zum Monatsbeginn, wird die Regelung nun auch am Freitag, Samstag und Sonntag (7. – 9. August), jeweils ab 20.00 Uhr bis 06.00 Uhr des kommenden Tages in Kraft gesetzt. 

"Peterwagen" vor der Davidwache an der Reeperbahn

Betroffen sind die so genannten “Ausgehviertel” in den Stadtteilen St. Pauli und Ottensen sowie das Schanzenviertel. In diesen Zeiträumen dürfen Kioske, Supermärkte und Tankstellen keine alkoholischen Getränke verkaufen. Auch Gaststätten und Bars ist es dann verboten, Alkohol “to go” zu verkaufen. Die gesetzliche Grundlage für die Verbote hatte der Hamburger Senat durch eine entsprechende Verordnung geschaffen. Damit sind die Bezirksämter berechtigt, solche zeitlich und räumlich begrenzten Verkaufsverbote für Alkohol auszusprechen. 

Das Verbot sei eine notwendige Reaktion auf feiernde Menschenmengen und die damit einhergehende Missachtung der Abstandsregeln an den vergangenen Wochenenden, hieß es sinngemäß zur Begründung bei einer Pressekonferenz des Senats am 28. Juli 2020. Hamburgs Innensenator Andy Grote, bekannt für sein “lockeres Zusammenkommen” inmitten der Corona-Krise, war bei der Pressekonferenz nicht anwesend. Er ist allerdings Dienstherr der Polizei, die – falls notwendig – die neue Regelung auch am kommenden Wochenende durchsetzen muss. Inzwischen hat Grote in “eigener Sache” einen Bußgeldbescheid über 1.000 Euro erhalten – und nach eigenen Angaben sofort bezahlt. 

Hamburger Innensenator Andy Grote