Santo Domingo: Die älteste Stadt Amerikas

Die Hauptstadt der Dominikanischen Republik kann einige Superlative für sich beanspruchen: Santo Domingo ist die älteste Stadt auf dem amerikanischen Kontinent, die größte Stadt aller Westindischen Inseln und die Kathedrale ist der älteste Kirchenbau Amerikas. Umstritten ist allerdings, ob die Gebeine von Christoph Kolumbus tatsächlich im Mausoleum Faro a Colón bestattet sind.  | Direkt zu den Tipps für Santo Domingo

Brautpaar im Museo de las Casas Reales

Santo Domingo war die erste Siedlung der Spanier in der damals neuen Welt und ist damit die älteste Stadt Amerikas. Ganz in der Nähe vom Puerto Sans Souci, da wo Kapitän Simon Böttger Mein Schiff 6 sanft an die Pier legt, muss Christoph Kolumbus am 5. Dezember 1492 als erster Europäer die Insel Hispaniola betreten haben, die damals von den Ureinwohnern „Kiskeya“ (Wunderbares Land) genannt wurde. Santo Domingo war seit 1496 von Europäern besiedelt, wurde aber offiziell erst 1498 von Christoph Kolumbus’ Bruder Bartolomeo an der Mündung des Flusses Ozama gegründet. 

Rio Ozama mit Santo Domingo
Schülergruppe in der Zona Colonial in Santo Domingo

Heute hat Santo Domingo etwa 2,2 Mio. Einwohner. Damit ist sie die größte Stadt auf den Westindischen Inseln. In der Metropolregion leben mit 3,8 Millionen Menschen mehr als ein Drittel aller Einwohner der Dominikanischen Republik. Im Gegensatz zum von Krisen, Naturkatastrophen und Armut geplagten Nachbarn Haiti ist die politische Situation in der „Dom Rep“ einigermaßen stabil. Wirtschaftlich sieht die Weltbank sogar Wachstumschancen. Gelobt wird die im Vergleich zu anderen Ländern Mittelamerikas gute Schulausbildung.

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Tipps für Santo Domingo

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Mein Schiff 6 im Puerto

 Puerto Sans Souci: Mein Schiff 6 macht am Terminal Sans Souci fest, der an der Mündung des Rio Ozama im Stadtteil Santo Domingo Este liegt. Im großen Abfertigungsgebäude gibt es einen Informationsstand, an dem man zumindest einige Broschüren, aber mangels Sprachkenntnissen kaum Auskünfte bekommt. Wer keinen Ausflug gebucht hat, findet Taxen direkt vor dem Hafengebäude. Man sollte das Hafengebiet nicht zu Fuß verlassen. 

2 Faro a Colón: Dabei handelt es sich um ein gigantisch großes Mausoleum, das zu Beginn der 1990er Jahre aus Anlass des 500. Jahrestages von Kolumbus’ Ankunft auf Hispaniola erbaut wurde. Ob die Gebeine von Christoph Kolumbus tatsächlich hier bestattet sind, ist zumindest außerhalb der Dominikanischen Republik heftig umstritten. Schließlich erhebt Sevilla Ansprüche darauf, dass in der dortigen Kathedrale der so genannte Amerika-Entdecker seine letzte Ruhestätte gefunden haben soll.  

Faro a Colón - ein Mausoleum für Kolumbus
Eine Lagune im Parque Nacional Los Tres Ojos

3 Parque Nacional Los Tres Ojos: Für mich gehört der Besuch der etwa 6 Kilometer vom Schiff entfernt gelegenen Kalksteinhöhle mit den drei Lagunenseen inzwischen zum Pflichtprogramm eines jeden Aufenthalts in Santo Domingo. Es lohnt sich zunächst eine Umrundung des Areals zu ebener Erde, bevor man in die Höhle hinuntergeht. Dort kann man sich gar nicht satt sehen an den Farbenspielen der Steine im Wasser der drei Lagunen, wobei der letzte kleine See nur mit einem Floß zu erreichen ist. Allerdings muss man hier ganz schön herumkraxeln. Wer nicht gut zu Fuß ist, muss auf dieses Erlebnis leider verzichten. (Eintritt 5 US-Dollar)

4 Zona Colonial: Die Altstadt und damit das touristische Zentrum von Santo Domingo beginnt an der Plaza de España, die ihr vom Schiff aus mit dem Shuttlebus oder per Taxi erreicht. Ihr solltet den Weg nicht zu Fuß gehen, auch wenn es bis zur Plaza de España nicht einmal zwei Kilometer sind. In der Vergangenheit hat es in Santo Domingo außerhalb der Zona Colonial gelegentlich Belästigungen von Touristen und sogar einzelne Überfälle gegeben. Im Zentrum müsst ihr euch dann lediglich vor Taschendieben und Trickbetrügern (Schummeleien beim Wechselgeld) in Acht nehmen.

Tor zur Zona Colonial

Zona Colonial in Santo Domingo

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Alcazár de Colón an der Plaza de España

1 Alcazár de Colón: An der Plaza de España liegt der unter Diego Kolumbus, dem ältesten Sohn von Christoph Kolumbus, von 1510 bis 1514 erbaute Palast des damaligen Vizekönigs. Hier befand sich mehr als 60 Jahre lang der Sitz der spanischen Kolonialregierung für die Besitzungen in der damals Neuen Welt. Die Ausstellung im Alcazár umfasst 22 Räume. Hier soll vor allem ein Eindruck davon vermittelt werden, wie es in Santo Domingo in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts aussah. Eintritt: 5 US Dollar. Im Januar/Februar beeinträchtigten Bauarbeiten den Besuch.

2 Museo de las Casas Reales: Der Palast wurde im Jahr 1511 im Auftrag des spanischen Königs Ferdinand II. (Aragón) erbaut, zwei Jahre nachdem Diego Kolumbus (Diego Colón), Sohn des „Entdeckers“, vom König als Gouverneur von Santo Domingo eingesetzt worden war. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Museum, das sich mit der Geschichte der Dominikanischen Republik zwischen 1492 und 1821 befasst. Ein besonderes Merkmal für das Gebäude ist die sparsame Außendekoration mit den naturbelassenen hellen Steinen.

Das Museo de las Casas Reales
Gut bewacht: Das Nationale Panteón de la Patria

3 Panteón de la Patria: In Nachbarschaft zu dem Museum befindet sich das stets von einem Soldaten bewachte Nationale Pantheon der Dominikanischen Republik. Das Gebäude aus dem 18. Jh. war ursprünglich eine Jesuitenkirche, die Elemente der Neoklassik und Renaissance enthält. Später diente es verschiedenen Zwecken, unter anderem als Theater, Tabaklager und Bürogebäude. Im Auftrag des damaligen Diktators Trujillo wurde die frühere Kirche im Jahr 1956 in ein nationales Mausoleum umgebaut, in dem die meisten Präsidenten und herausragende Persönlichkeiten der Dominikanischen Republik begraben sind.

4 Fortaleza Ozama: An der Mündung des Flusses Ozama in das Karibische Meer erbauten die spanischen Eroberer schon wenige Jahre nach ihrer Ankunft zwischen 1502 und 1505 diese Festung, um sich insbesondere gegen Seeräuber und Freibeuter zu schützen. Später wurde der Gebäudekomplex noch bis 1960 unter dem berüchtigten Diktator Trujillo als Gefängnis genutzt. Inzwischen kann die Festung besichtigt werden. Von dem 12 Meter hohen Turm hat man einen guten Rundumblick. (Eintritt: 3 US-Dollar).  

Fortaleza Ozama: Festung an der Flussmündung
Parque Colón mit der Kolumbusstatue

5 Parque Colón:  Der Park mit dem Ende des 19. Jh. errichteten Kolumbusdenkmal ist das Zentrum der historischen Altstadt von Santo Domingo. Kopf und ausgestreckter Zeigefinger der Figur sind Lieblingsplätze der Tauben, die die Platzmitte bevölkern. Bei all diesen Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit solltet ihr euch auch das quirlige Leben auf diesem Platz anschauen. Das ist bunt, vielfältig und meistens fröhlich. So wie die Merengue Musiker mit dem Schrappinstrument, das Güira heißt, und dem kleinen Akkordeon. 

Kathedrale von Santo Domingo: Begrenzt wird der Kolumbuspark auf einer Seite von dem zwar nicht sonderlich großen aber dennoch beeindruckenden Kirchenbauwerk, das vollständig Basílica Catedral Metropolitana Santa María de la Anunciación Catedral Primada de América heißt. Die Kathedrale wurde 1504 von Papst Julius II. in Auftrag gegeben, 1512 begann man mit dem Bau, der 1546 fertiggestellt wurde. Damit ist sie das älteste noch bestehende Kirchenbauwerk auf dem amerikanischen Kontinent. Besonders beeindruckend ist die dem Platz zugewandte goldfarbene Fassade aus Korallenkalkstein.

Der aus Silber gemeißelte Hochaltar
Die Fußgängerzone Calle el Conde

6 Calle el Conde: Die Haupteinkaufsstraße in der Zona Colonial ist die 1 Kilometer lange Fußgängerzone, die den Parque Colón und den Parque Independencia verbindet. Neben zahlreichen Geschäften, Restaurants, Imbissen und Cafés fallen unzählige Stände ins Auge, an denen mit Schablonen hergestellte naive Malereien für wenig Geld angeboten werden. Im Verlauf der Fußgängerzone stehen auch immer wieder schnelle Internetverbindungen kostenlos zur Verfügung. Man muss nur darauf achten, wo besonders viele Passanten vertieft in ihre Smartphones schauen. 

7 Parque Independencia: Am Ende der Fußgängerzone folgt der nächste staatliche Prachtbau, der ebenfalls von Soldaten bewacht wird. Diese schmuck gekleideten Wachsoldaten haben offensichtlich die Aufgabe, sich mit den Besuchern zu beschäftigen. Sie erklären Sinn und Zweck dieser Gedenkstätte, die an die Unabhängigkeit von Haiti im Jahr 1844 erinnern soll und sie lassen sich sogar bereitwillig mit Kreuzfahrern aus Deutschland fotografieren. Das ist ein schöner letzter Eindruck, den ich gern aus Santo Domingo mit zurück an Bord der Mein Schiff 6 nehme.

Parque Independencia am Ende der Calle el Conde

Gut zu wissen

1. Name der StadtSanto Domingo
2. Einwohner ca. 2,2 Mio.
3. LandDominikanische Republik
4. SpracheSpanisch
5. HDI-IndexPlatz 94 von 189
6. WährungDom. Peso | ca. 57 = 1 €
7. ZahlungsmittelUS-Dollar in kleiner Stückelung
8. Preisniveau60% von Deutschland
9. Sicherheitgering
  1. Gegründet 1496 von Bartolomeo Kolumbus, älteste Stadt Amerikas 
  2. Größte Stadt auf den Westindischen Inseln; Metropolregion ca. 3,8 Mio. Einwohner
  3. Östl. Teil der Insel Hispanola, 10,8 Mio. Einw., unabhängig seit 1844
  4. Teilweise auch Englisch, selten  Deutsch
  5. Index der menschlichen Entwicklung der UN, Faktoren wie Lebenserwartung, Gesundheitswesen, Bildung, Einkommen, Demokratie, Sicherheit etc. Angaben aus 2017
  6. Stand: Februar 2018 
  7. Wechselgeld teilweise in Peso, Kreditkarten werden in Geschäften tw. angenommen
  8. Für typische touristische Leistungen (Restaurant, Taxi, Souvenirs) – ohne Hotel
  9. Zonal Colonial: moderat, sonst gering; siehe Hinweise des Auswärtigen Amtes