1. Kiel wird in Laboe richtig schön

Am Ostseekai in Kiel bin ich am Donnerstag zur Kreuzfahrt in das Baltikum mit Mein Schiff 1 gestartet. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt zeigte sich dabei leider von ihrer grauen Seite – zumindest, was das Wetter angeht. Schöner ist es da schon bei Sonnenschein in Laboe an der Kieler Förde.

Laboe bei Kiel von der Wasserseite

Es gibt Schleswig-Holsteiner, die können sich gar nicht mehr daran erinnern, wann es den letzten so schönen und warmen Frühsommer gegeben hat. In Laboe tummeln sich schon seit Ende April Sonnenhungrige an dem langen (fast) weißen Sandstrand. Laboe ist durchaus einen Besuch – und auch eine Reise – wert, zum Beispiel für Schiffspassagiere, deren Kreuzfahrt in Kiel beginnt und/oder endet. Nur zehn Kilometer vom Kieler Zentrum entfernt, kann man sich einen Liegestuhl (möglichst frühzeitig) mieten, im seichten Wasser planschen, Sonnenbaden und vor allem Schiffen beim Aus- oder Einlaufen in den Kieler Hafen zuschauen. Zwischendurch holt man sich ein leckeres Fischbrötchen oder schlemmt dänisches Softeis, das an der Strandpromenade gleich mehrfach angeboten wird.

Strandkörbe an der Kieler Förde

Mit dem 85m hohen Marine-Denkmal, das weithin über die Förde zu sehen ist, hat Laboe dazu auch noch eine echte Sehenswürdigkeit zu bieten. Neben dem markanten Turm gehört zu der Anlage auch eine unterirdische Gedenkhalle, eine Ausstellung mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen Exponaten aus der Historie der Schifffahrt. Nebenan liegt „U 995“, ein 1943 in Dienst gestelltes U-Boot, das ebenfalls besichtigt werden kann.

Das Marine-Denkmal von Laboe

In Laboe gibt’s auch guten Fisch zu moderaten Preisen. Das bekannteste Restaurant ist die „Fischküche“ vor der sich im Sommer allerdings regelmäßig lange Schlangen bilden. Gute Alternativen sind aber auch an der Strandpromenade zu finden. Wir haben dort vor einigen Wochen an der „Fischkiste“ nahezu den besten Backfisch unseres Lebens bekommen – und das für nicht einmal 10 Euro pro Portion.

Blick vom 14. Deck auf Mein Schiff 1 auf den Kieler Hafen

Zurück nach Kiel – dem Ausgangs- und Endhafen für meine Ostseekreuzfahrt mit Mein Schiff 1. Auch hier gibt es einige Sehenswürdigkeiten wie den Alten Botanischen Garten, das Aquarium und sogar ein Computermuseum. Aber ehrlich – wenn man auf dem Weg nach Danzig, St. Petersburg und Stockholm ist, locken diese Angebote nicht wirklich. 

Blick vom 14. Deck auf Mein Schiff 1 auf den Kieler Hafen

In Sachen touristischer Infrastruktur am Ostseekai könnte Kiel allerdings noch ein wenig nachlegen. Es gibt in Nähe des Schiffes mit dem „Alten Mann“ nur ein Restaurant, das zwar nett am Hafen gelegen ist, am Tag meiner Abfahrt nach 14.00 Uhr nur noch zwei Kuchensorten im Angebot hatte. „Die Küche hat schon geschlossen“, erklärte die nette Bedienung etwas verlegen. Am Kreuzfahrtterminal selbst habe ich weder Gastronomie noch eine Touristikinformation entdeckt. Dafür klappte die Einschaffung trotz der Menschenmassen reibungslos. In Kiel hat man mit Ein- und Ausschiffungen schließlich auch reichlich Erfahrung. Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt ist nach Warnemünde und Hamburg inzwischen Deutschlands drittgrößter Kreuzfahrthafen, noch vor Bremerhaven. 

Auf dem Weg nach Klaipėda am Abend es ersten Seetags

Inzwischen sind wir schon einen Tag weiter. Meinen Vortrag über Klaipėda und die Kurische Nehrung durfte ich heute Mittag in einem fast vollbesetzten Theater halten – das immerhin über rund 1.000 Plätze verfügt. Über das rege Interesse an den landeskundlichen Informationen bin ich vor allem deswegen so erfreut, weil schon am Vormittag die Sonne immer mehr aufzog und viele Passagier auf die weiten Sonnendecks der Mein Schiff 1 lockte, wo sie zwischen den reichlichen Malzeiten ihren ersten Ferientag genießen konnten.